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LØVEGOD – Zwei Städte, ein Krach, keine Kompromisse

Lübeck trifft Kiel, Noise trifft Doom. Love•Love•Love und Ølgod machen auf ihrer gemeinsamen Split-LP ordentlich Krach. Eine Liebeserklärung an den norddeutschen Underground, die garantiert keine Blumen braucht.

Lovegod Konzert Veb

Zwischen Lübeck und Kiel liegen knapp 90 Kilometer und musikalisch manchmal Welten. Doch wenn sich Love•Love•Love und Ølgod zusammentun, wächst zusammen, was offenbar schon lange zusammengehört. Beide Bands verbindet eine langjährige Freundschaft und die Vorliebe für Musik, die lieber aneckt, als sich anzupassen. Ihre gemeinsame Split-LP LØVEGOD ist das Ergebnis: zwei Bands, zwei Handschriften und jede Menge Krach.

Love•Love•Love aus Lübeck sind seit Ende 2023 unterwegs und haben mit ihrem Debüttape First Love bereits 2024 eine erste Duftmarke gesetzt. Wobei Duftmarke vielleicht etwas untertrieben ist. Ihr Sound bewegt sich irgendwo zwischen Noise Rock, Post-Hardcore und Sludge, mit dissonanten Gitarren, nervösen Rhythmuswechseln und einer klaren antifaschistischen Haltung. Dass die Band trotz aller Wut auch ein Gespür für Dynamik besitzt, zeigt sich besonders auf „2246“, wo Synthesizer und atmosphärische Passagen dem musikalischen Ausnahmezustand kurzzeitig etwas Luft verschaffen. Kontrolliertes Chaos mit Haltung.

Auf der anderen Seite warten Ølgod aus Kiel. Das Trio ist bereits seit 2020 aktiv. Gitarrist Hannes und Schlagzeuger Jan kennen sich aus der Stoner-Band Pfund, bevor sie mit Sänger Fynn ihre gemeinsame Vorliebe für schleppende Riffs und tonnenschweren Sludge auslebten. Ihr selbstbetiteltes Debüt erschien 2022 zunächst auf Kassette. Vier Jahre später gibt es auf LØVEGOD vier neue Songs in knapp 21 Minuten. Weniger Schnörkel, mehr Druck.

Gleich beim Opener „Leeches“ sorgt Jan Moritz Plewka mit melodischem Gastgesang für einen bemerkenswerten Kontrast zu Fynns rauen Schreien. Ansonsten regieren schwere Riffs, schleppender Doom und dreckiger Sludge, gelegentlich durchbrochen von rasenden Ausflügen in Richtung Black Metal. Wer hier ein Gitarrensolo sucht, kann lange warten.

LØVEGOD funktioniert gerade deshalb, weil die beiden Bands gar nicht erst versuchen, gleich zu klingen. Die Lübecker setzen auf nervöse Energie und unberechenbare Wendungen, die Kieler auf zähe Riffs und brachiale Schwere. Zwei unterschiedliche Wege, die ziemlich überzeugend im selben musikalischen Abgrund enden.

Erschienen ist die Split am 25. September 2026 bei Electric Valley Records, auf Vinyl und digital. Für die Kassettenfraktion gibt es eine limitierte Auflage über Evil Noise Recordings.

Und wer die norddeutsche Krachgemeinschaft live erleben möchte, sollte sich den 28. November 2026 vormerken. Dann stehen beide Bands gemeinsam mit Coal & Crayon bei LØVEGOD OVER LÜBECK im VeB auf der Bühne.

Zwei Städte. Zwei Bands. Keine Kompromisse. Und verdammt viel Liebe zum Lärm.

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