Ty Segall kommt mit neuem Album nach Hamburg
© Denee SegallTy Segall bleibt eine der produktivsten Figuren im amerikanischen Garage- und Psych-Rock. Seit beinahe zwei Jahrzehnten veröffentlicht der kalifornische Multiinstrumentalist in beeindruckender Regelmäßigkeit neue Musik. Mit „Chrome“ steht nun bereits sein 18. Soloalbum in den Startlöchern.
Während das im vergangenen Jahr erschienene „Possession“ wieder stärker in psychedelische und glamourös ausgeschmückte Rockgefilde abbog, soll der Nachfolger deutlich direkter und härter ausfallen: Garage Rock trifft auf Fuzz, schwere Riffs und eine kantige Portion Noise Rock. Das Label Drag City stellt „Chrome“ klanglich sogar in die Nähe der besonders wuchtigen Platten „Slaughterhouse“ und „Twins“.
Einen ersten Eindruck liefert die Single „Black Paint“. Der Song kratzt gerade einmal an der Zwei-Minuten-Marke, überrascht mit mehrstimmigem Gesang und einem herrlich rotzigen Gitarrensolo. Klanglich erinnert das Stück dabei stellenweise an Segalls ausuferndes 2018er-Album „Freedom’s Goblin“.
Zu den wichtigsten Platten seiner bisherigen Laufbahn zählen vor allem das rohe Garage-Psych-Brett „Melted“ von 2010, „Twins“ von 2012, das aufwendig produzierte Doppelalbum „Manipulator“ von 2014 sowie „Freedom’s Goblin“ von 2018. Letzteres vereinte auf 19 Songs nahezu alle Seiten Segalls – von Hardcore und Fuzz Rock bis zu Folk, Power Pop und Disco – und landete auch in zahlreichen Jahresbestenlisten. Ebenfalls hervorzuheben ist „Slaughterhouse“, das 2012 unter dem Namen Ty Segall Band erschien und bis heute zu seinen härtesten Veröffentlichungen gehört.
Sein kaum überschaubares Werk beschränkt sich allerdings längst nicht auf Soloalben. Gemeinsam mit seinem langjährigen Weggefährten Mikal Cronin nahm Segall bereits das Garage-Psych-Album „Reverse Shark Attack“ auf. Mit Tim Presley von White Fence entstanden die beiden Kollaborationsplatten „Hair“ und „Joy“. Außerdem sitzt Segall beim Heavy-Psych-Trio Fuzz hinter dem Schlagzeug – gemeinsam mit Gitarrist Charles Moothart und Bassist Chad Ubovich. Mit Moothart und Ex-Cult-Sänger Chris Shaw gründete er zudem die Punkband GØGGS. In der experimentellen Formation The C.I.A. arbeitet er wiederum mit Denée Segall und Emmett Kelly zusammen.
Auch Cronin und Kelly gehören seit Jahren zum engeren musikalischen Umfeld Segalls. Auf „Chrome“ wird er von Mikal Cronin, Emmett Kelly, Ben Boye und Evan Burrows begleitet – eine eingespielte Truppe, die den neuen Songs vermutlich auch live die nötige Wucht verleihen dürfte.
„Chrome“ erscheint am 28. August über Drag City und kann bereits über die Labelseite vorbestellt werden. Am selben Tag veröffentlicht Segall außerdem die limitierte EP „Love Fuzzz“, die während der Albumaufnahmen entstanden ist.
Darauf findet sich unter anderem eine neue Version von „Love Fuzzz“, ursprünglich 2012 auf „Twins“ erschienen. Segall verwandelt den Song diesmal in eine verlangsamte und schwere Stoner-Metal-Nummer. Ebenfalls enthalten ist der neue Track „My Pet Guru“, den Drag City als hypnotische Mischung aus Art-Psych und Krautrock beschreibt.