Fela in der Echokammer

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So klingt es also, wenn der politische Afrobeat von Fela Kuti auf die tiefen Bässe, endlosen Echos und hallenden Klangräume jamaikanischer Dub-Produktionen trifft. „Fela Kuti in Dub“ nimmt vier zentrale Stücke des nigerianischen Musikers und überführt sie in die Tradition des jamaikanischen Discomix: Aus instrumentalen Neuinterpretationen entwickeln sich nach und nach weitläufige Dub-Versionen, in denen einzelne Instrumente auftauchen, verschwinden und durch Hallspiralen wieder zurück in den Mix geschleudert werden.

Hinter dem Projekt steht Cpt. Yossarian alias Manuel da Coll, Musiker, Produzent und Soundman aus München. Bereits seine Veröffentlichung „Bob Marley in Dub“ von 2021 erhielt viel Aufmerksamkeit und wurde unter anderem von Don Letts auf BBC Radio 6 vorgestellt. Für „Fela Kuti in Dub“ versammelte da Coll eine internationale Mannschaft aus der Afrobeat-, Jazz-, Funk- und Dub-Szene. Mit dabei sind unter anderem Prince Tempopolice aus der ghanaischen Band Santrofi, Jan Weissenfeldt von den Poets of Rhythm und der finnische Multiinstrumentalist Jimi Tenor. Dazu kommen Musiker aus dem Umfeld von Radio Citizen, Kapelle So&So, YXALAG und Connexion Balkon.

Die vier Stücke „Zombie“, Water No Get Enemy“, „Everything Scatter“ und „Expensive Shit“ nehmen sich mit jeweils rund acht Minuten genügend Zeit, um ihre Wirkung zu entfalten. Keine hektischen Remixe, keine kurzen Verbeugungen vor dem Original. Stattdessen entstehen schwere, warme und detailreiche Klanglandschaften, in denen Afrobeat-Bläser, Gitarren, Schlagzeug und Percussion immer wieder in den Dub eintauchen und neu hervortreten.

Wer Captain Yossarian nicht nur auf Platte hören möchte, bekommt noch in diesem Monat Gelegenheit dazu: Manuel da Coll sitzt auch bei LaBrassBanda am Schlagzeug. Am 28. August 2026 spielt die Band gemeinsam mit den Fäaschtbänklern beim WERFT Open-Air auf der Kulturwerft Gollan in Lübeck.